Prop Trading (von „Proprietary Trading“) bedeutet im Retail-Bereich meist: Man handelt nicht mit eigenem Geld, sondern auf einem Konto, das eine Firma nach einer bestandenen Prüfung bereitstellt. Dieser Artikel erklärt allgemein, wie das funktioniert und welche Regeln üblich sind.
Wie funktioniert eine Prop-Firm?
Die meisten Prop-Firmen im Futures-Bereich arbeiten mit einer Evaluierung, oft „Challenge“ genannt. Du zahlst eine Gebühr und handelst ein Prüfkonto. Erreichst du das Gewinnziel, ohne eine Regel zu brechen, bekommst du ein finanziertes Konto (funded account) und wirst an den Gewinnen beteiligt.
Wichtig: Die Gebühr ist weg, wenn du die Evaluierung nicht bestehst. Und ein großer Teil der Teilnehmer besteht sie nicht. Prop Trading ist also kein risikofreier Weg zu Kapital, sondern eine Prüfung mit klaren Regeln.
Die wichtigsten Regeln
Die Details unterscheiden sich von Firma zu Firma, die Grundprinzipien sind aber fast immer gleich:
1. Tagesverlustlimit (Daily Loss Limit)
Der maximale Betrag, den du an einem Handelstag verlieren darfst. Wird er erreicht, ist das Konto für den Tag gesperrt oder die Challenge sofort verloren.
2. Maximaler Drawdown
Die Gesamtverlustgrenze des Kontos. Häufig ist sie nachlaufend (trailing): Sie wandert mit deinem höchsten Kontostand mit. Gewinne verschieben also auch die Grenze nach oben.
3. Gewinnziel
Der Betrag, den du erreichen musst, um die Evaluierung zu bestehen.
4. Konstanz- und Positionsregeln
Viele Firmen begrenzen die maximale Kontraktanzahl oder verlangen, dass kein einzelner Tag einen zu großen Anteil am Gesamtgewinn hat. Manche verbieten das Halten von Positionen über wichtige Nachrichten.
Tipp: Lies die Regeln deiner Firma im Original und notiere dir die Zahlen. Die Bedingungen ändern sich gelegentlich.
Warum die meisten an den Regeln scheitern
Die meisten Konten gehen nicht verloren, weil die Strategie schlecht ist. Sie gehen verloren, weil an einem einzigen Tag die Disziplin fehlt: eine zu große Position, ein Rache-Trade nach einem Verlust, ein Einstieg kurz vor einer wichtigen Zahl.
- Zu großes Risiko pro Trade: Wenn ein Stop schon die Hälfte des Tageslimits kostet, reichen zwei Fehler für das Aus.
- Kein festes Tagesende: Wer nach dem Erreichen des eigenen Limits weiterhandelt, riskiert die Firmengrenze.
- Kein Journal: Ohne Aufzeichnungen wiederholt man dieselben Fehler.
Wie man die Regeln im Alltag im Blick behält
Viele Trader arbeiten mit einem festen Ablauf, um die Kontoregeln nicht versehentlich zu verletzen. Typische Bausteine sind:
- Ein eigenes Tageslimit notieren, das die Grenze des Kontos nicht überschreitet.
- Das Risiko pro Trade so wählen, dass ein einzelner Stop das Tageslimit nicht aufbraucht.
- Positionsgröße berechnen statt schätzen: Risiko ÷ (Stop in Punkten × Punktwert). Beim MNQ ist ein Punkt 2 $ wert, beim NQ 20 $, beim MES 5 $, beim ES 50 $.
- Checkliste vor jedem Einstieg: Stop gesetzt, kein News-Termin, kein emotionaler Trade.
- Jeden Trade notieren und wöchentlich auswerten.
Genau dafür gibt es das CryptoX Risiko-Cockpit: Tageslimit, Positionsgrößen-Rechner, Checkliste und Trade-Log in einer Ansicht, direkt im Browser.
Beispielrechnung
Angenommen, dein Tageslimit beträgt 500 $ und du willst pro Trade höchstens 200 $ riskieren. Dein Stop liegt 40 Punkte entfernt, du handelst MNQ (2 $ pro Punkt):
200 $ ÷ (40 × 2 $) = 2,5 → 2 Kontrakte. Ein voller Stop kostet dann 160 $, also 32 % deines Tageslimits. Du hättest drei volle Stopps Spielraum, bevor das Limit erreicht ist.
Fazit
Prop Trading ist eine Prüfung mit festen Regeln und echten Kosten. Wer sich dafür interessiert, sollte die Bedingungen der jeweiligen Firma genau lesen und die eigenen Grenzen kennen. Werkzeuge wie das Risiko-Cockpit helfen, den Überblick zu behalten, ersetzen aber keine eigene Entscheidung.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Kryptowerten dar.